6./7. April: Auftakttraining Oschersleben

Zwei Tage bevor wir Richtung Oschersleben aufgebrochen sind, ging noch in Bayern ein Schneegestöber nieder, dass ich mir schon überlegt habe, mich besser für eine Eisspeedway-Meisterschaft anzumelden. Da hätten wir wenigstens Wettergarantie!!!

Trotzdem war die Vorfreude groß. Denn die Organisatoren haben schon im Vorfeld eine solche Professionalität durchblitzen lassen, dass alleine schon das Kennenlernen des Orga-Teams und der Fahrerkollegen die Temperaturen vergessen liessen. Und tatsächlich erwartete uns das Fahrerlager schneefrei.......
Unser Zuhause für die nächsten neun Tage....hoffentlich steigen wenigstens die Temperaturen...bei diesem gruseligen Wetter geht nicht mal ein Hund gern vor die Tür...mögen auf der Strecke für jeweils 20 Minuten gefühlte minus 20 Grad sein...mannnooohhhh....bin ich aufgeregt, gespannt....
Und auch der Rest begeisterte: Ein Suzuki-Truck mit Vorzelt, der als Treffpunkt für Fahrer und als gesellschaftlicher Brennpunkt fungiert (mit Heizstrahlern und Kaffeemaschinen!!!!), Sponsorenpakete, die man zu zweit kaum schleppen konnte und eine familiäre Atmosphäre von Beginn an.

Der Cup passt!!!

                       

...die Toiletten auch, sooooo schöööön warm  ;o)) der einzige Ort mit Heizlüftern...
Schnell wurden Kontakte zu einigen Fahrerkollegen geknüpft und bereits am ersten Abend wurde der Plan, früh ins Bett zu gehen, verworfen.
Im Zelt war es ebenfalls sehr angenehm. Die Heizpilze sorgten für Wärme von außen, Likörchen und Kaffee für die Wärme von innen...
Trotzdem mussten wir ja am nächsten Tag früh raus: Das erste Training stand an; Und wir hatten noch keine Ahnung, ob die Technik problemlos funktionierte. So wollten wir keine Trainingssitzung auslassen, und ich bin mit wenigen anderen Fahrern raus. MIT SCHNEE AM RAND DER STRECKE AUF START-ZIEL!!!!!!
...und ich immer mit den Gedanken: Wie taue ich den wieder auf?!
Dementsprechend schnell waren die Finger taub vor Kälte und der Bremshebel nur noch zu erahnen....

         

Aber in Einem war ich mir nach dem ersten Turn sicher. Rosinante ist wahrlich kein klappriger Gaul. Vielleicht werden wir sie in "Wildsau" umtaufen müssen....
Es klingt so herrlich obszön, wenn der Ritschi in seinem münchnerisch Wildsau sagt, schade, dass ich es nicht halbso schmutzig schreiben kann ;o))
...Denn so, wie dieses Motorrad beim Beschleunigen anschiebt- In Kombination mit dem Schaltautomat- Die Beschleunigungsorgie schien auf den Geraden gar kein Ende zu nehmen...Nach etwa 600 Metern auf der Start-Ziel-Geraden stehen "echte" 240 Sachen auf der Uhr...WOW! Und jetzt weiss ich auch, wie sich Rossi auf seiner Grand Prix-Maschine fühlt ;-)   


Nicht ganz so geschmeidig wie bei Valentino waren Bremsmanöver und Kurvengeschwindigkeit. Als Ausrede kann ich anführen, dass der Asphalt wirklich nicht mehr als null Grad gehabt haben kann, und ich auf einer, mir bis dahin unbekannten Maschine unterwegs war. Aber es hat tierisch Spass gemacht und mit jeder Trainingssitzung gingen mehr Konkurrenten auf die Strecke. So konnte ich sehen, ob ich in den Rennen das Feld gnadenlos vor mir hertreiben würde, oder zumindest ein oder zwei der Jungs hinter mir lassen könnte. Es sieht aber ganz gut aus! Punkteränge werden wohl nicht so schnell zu realisieren sein, aber mein Ziel, nicht Letzter zu werden ist nach wie vor realistisch.
Das ist ein schönes Paar: "Wildthing" und ihr "Bändiger"...

   

Die Agenda, möglichst viel Spass zu haben, konnte schon an diesem Wochenende erreicht werden und wir freuen uns tierisch auf die ersten Rennen. Eine Woche später: Selbe Stelle und vom Wetterdienst versprochenen Plus-Graden.  

              

                                   ...Traumpaar ...

....Fortsetzung folgt.........

 Anni und Ritschi


13./14. April: 1. und 2. Lauf Oschersleben

Nachdem der erste und zweite Lauf des Cups nur eine Woche später in Oschersleben stattfand, entschlossen wir uns, diese Zeit im Fahrerlager zu verbringen. Dadurch konnten wir die Reifentests der ADAC-GT Masters Teams live und hautnah mitverfolgen und die Fahrerlagerromantik aufrecht erhalten. Kleine Modifikationen wurden an "Rosinante" erledigt und sogar die Temperatur stieg täglich immer mehr an. Zwar noch weit vom Wohlfühlbereich entfernt, aber immerhin schon in den Plusgraden. Die waren auch nötig, denn wir mussten den Frostschutz aus dem Kühlsystem durch reines Wasser ersetzen. Das schmierige Zeug mögen die technischen Kommissare vom DMSB nämlich gar nicht!

           

Donnerstag abend trafen auch schon die ersten Cupfahrer wieder ein und das Fahrerlager füllte sich erneut mit Rennmotorrädern. Und damit auch die Spannung. Denn vom Auftakttraining gab es keine offizielle Zeitenliste und ich wusste immer noch nicht, wo ich mich im Fahrerfeld finden würde. 44 Starter sollten es werden. Mit Gaststartern und Motorsportjournalisten sowie Promistartern in Person von Nina Prinz, die sich in der IDM schon einen Namen gemacht hat.

     


Die ersten Trainings liefen ganz gut und ich wusste, dass ich nicht Letzter werden würde. Im Gegenteil. Anfangs fand ich mich auf dem 26ten wieder und konnte sogar immer mehr von meiner Rundenzeit abfeilen um dann nach dem zweiten Quali auf dem 24. Platz zu stehen. Also mittendrin statt nur dabei. Ich war so voll Adrenalin, dass am Abend der Trainings das Fotoshooting und Kesselfleisch aus der Gulschkanone im Suzukizelt eine willkommene Abwechslung boten.

                 

Sonntag war dann Showdown. Nachdem ich noch nicht so mit meinem neuen Renngerät verwachsen war, startete ich schon mal im ersten Lauf wie ein Mädchen. Und auch ein Verbremser Ende der Zielgeraden brachte mich etwas aus dem Konzept. Mit etwas mehr Eiern in der Hose hätte ich meine Bremse einfach wieder aufgemacht und wäre in die erste Kurve reingestochen, Aber so nahm ich den Notausgang und zwei Hintermänner konnten an mir vorbeigehen. Mein Plan, der Gruppe vor mir so lange wie möglich zu folgen war dahin. Erst musste ich meine ursprüngliche Platzierung zurückerkämpfen. Was aber tierisch Spass machte. Nur nach einigen Überholmanövern waren die Racer vor uns weit weg und mein Rennen wurde einsam.

             

Dazu kamen noch böse Hinterradrutscher, denn der Reifen war schon in den Trainings arg mitgenommen worden und baute nun machtig ab. Gerade in Kurven, wo am Ausgang viel Schwung wichtig war, war nun das Vertrauen weg. Trotzdem konnte ich den 19ten Platz verteidigen.

           

Das Ergebnis hatte ich nicht erwartet. Für den Zweiten Run sollte mit frischem Hinterreifen ein ähnlich gutes Ergebnis zu holen sein. Zwar war der Start ähnlich verhalten wie beim ersten mal, aber immerhin konnte ich nach und nach ein paar Fahrer überholen und war immer an einer anderen Gruppe dran.
   

Das machte das Rennen kurzweilig und ich konnte alle Konkurrenten abschütteln, die ähnliche Rundenzeiten fuhren. Und dann fuhr ich als 18ter über den Zielstrich. So nah an den Punkten habe ich mich im ersten Rennwochenende noch nicht vermutet. Aber ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt, dass im Mittelfeld die gefahrenen Rundenzeiten sehr eng beieinander sind.


Das macht Lust auf die Nächste Veranstaltung im Juni in Hockenheim.........


8./9. Juni: 3. und 4. Lauf Hockenheim


Fast zwei Monate ohne Rennen. Fast zwei Monate Zeit, einen Spannungsbogen bis Hockenheim aufzubauen. Diese halbe Ewigkeit ist zuviel Abstinenz für mich. Aber Zeit genug, um sich der Technik und Optik der Gixxer zu widmen. Der Hockenheimring ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, die mit brutalen Bremsmanövern den Stoppern des Motorrades einiges abverlangt.


Also sollte dieses System einwandfrei funktionieren. Darüber hinaus wurde die Verkleidung wunderschön lackiert (Danke Max!).


Und jetzt war es endlich soweit: Diese Rennstrecke war der Anfang meiner Rennfahrerlaufbahn und immer, wenn ich hier fuhr, habe ich schöne Rennen erlebt. Zuvor schon als Zuschauer. Als im Jahr 2000 dem Kawasakiwerksfahrer Yanagawa auf der Waldgeraden der Motor hochgegangen ist. Oder Haga auf seiner Yamaha im Motodrom zu einem fulminanten Überholmanöver ansetzte und sein Rennen gewann. Eigentlich heisst es: Wenn man Eingangs des Motodroms die Nase nicht vorn hat, kann man bis zur Ziellinie nicht mehr überholen. Diese Gesetzmäßigkeit hat man aber vergessen, diesem herrlich verrückten Japaner zu sagen, denn er hat es trotzdem geschafft.


Jetzt durfte ich wieder hier fahren. Im Rahmen der Suzuki-Days waren wir im Rahmenprogramm eingeladen worden, um den Zuschauern mal richtiges Racing zu zeigen. Und ich denke, das Starterfeld mit wieder mehr als 40 Fahrern hat Eindruck gemacht. Leider hatte ich nicht viel Gelegenheit, mich hier auf meine Suzuki einzufahren. Denn nach etwa fünf Runden im freien Training wurde meine Bremse weich und der Hebel liess sich bis zum Lenker ziehen. Kein gutes Gefühl, wenn man mit über 250 Sachen auf eine Spitzkehre zurast und den Bremspunkt schon optimal treffen muss. Denn für dieses Eck muss man die Kiste bis auf etwa 50 km/h verzögern. Also mal etwa 200 Stundenkilometer vernichten. Und das jede Runde. Da möchte man schon nen knackigen Druckpunkt im Bremshebel haben. Also raus und sich nochmal der Vorderradbremse gewidmet.


Im ersten Zeittraining sollte es auch besser funktionieren. Leider ist dort Chris mit seiner #96 Eingangs der Parabolika nach zwei Runden gestürzt und hat sich dabei sein Handgelenk gebrochen. Alles Gute an dieser Stelle! Das Training wurde richtigerweise abgebrochen um Fahrer und Maschine gefahrlos von der Strecke zu bringen. Aber das reichte nicht für ein zuverlässiges Feedback, was die Bremse anbelangte. Das zweite Zeittraining sollte diese Erkenntnis bringen. Und die Bremse war gut und ich konnte den 21ten Startplatz für die Startaufstellung herausfahren. Also wieder mal solides Mittelfeld. Wir waren zufrieden; Das erste Rennen konnte kommen.


Wieder mal etwas verhalten kam ich vom Start weg und liess Gentleman-like ein Paar Fahrer an mir vorbeiziehen. Oder wie ich es von meinem Spatz zu hören bekam:
"Warum schwuchtelst Du eigentlich beim Start immer so rum????"
Wo sie recht hat, hat sie recht. Trotzdem konnte ich im Laufe des Rennens auch wieder ein paar mal so richtig schön überholen und sicherte mir mit dem Zieleinlauf an 21ter Stelle meinen alten Startplatz für den zweiten Lauf. Diesmal mit dem Ziel zu starten, wie ein Kerl! Es gelang tatsächlich. Ich habe nicht so viele Plätze eingebüßt wie in Rennen 1 und war immer in schöne Zweikämpfe verwickelt, die ich oftmals für mich entscheiden konnte. Wichtig waren der Kampf gegen Uwe, um mich von einer Gruppe streitlustiger Konkurrenten absetzen zu können und vor Allem das Überholmanöver in der Letzten Runde. Das sollte von enormer Bedeutung sein. Denn in der Ergebnisliste wurde ich nach Abzug der Gaststarter auf dem 15ten Platz gewertet.
Und das bedeutet:

DER RITSCHI HAT EINEN PUNKT IN DER MEISTERSCHAFT!!!!!!!

Jetzt freuen wir uns auf die nächste Veranstaltung in Assen!


15./16. Juni: 5. und 6. Lauf Assen

Und mit diesem Meisterschaftspunkt im Rücken lässt es sich doch ganz anders Urlaub machen. Denn wir entschlossen uns, die eine Woche Pause zwischen Hockenheim und Assen auf einen herrlichen Campingplatz in Holland zu verbringen. So sparten wir uns etwa 700 Kilometer auf der Autobahn und konnten uns mal dieses nordische Land und deren Ur-Einwohner ansehen. Quasi eine Win-Win-Situation! Und diese Woche war wirklich erholsam.



Ein blitzsauberer Campingplatz; Nette Leute; Gutes Wetter (den ständigen Wind muss man als Süddeutscher einfach mal ausblenden lernen!)..... ABER: Wenn ein Holländer zu Dir sagt-"Das is einen niederlandise Spezialitäät!"- ESST DAS NICHT!!!!!! Denn es ist keine Empfehlung des Kellners sondern eine Warnung! Ihr werdet es nicht mögen! Da kann man genausogut frittierten Rosinenkuchen mit Chillikartoffeln und Pfefferminzsoße in London geniessen. Es ist einfach nicht gut!!!!!! Also war unser Misstrauen berechtigt. Aber wir waren ja auch nicht hier um einen Restaurantführer zu schreiben, sondern auf einer Grand-Prix-Strecke zwei geile Rennen zu bestreiten.



Und weil in zwei Wochen die Weltmeister ihre Rennen hier austragen und bereits die Startlinien auf der Strecke markiert waren, durften auch wir FIM-like in Dreierreihen in die Startaufstellung gehen. Das bedeutet, dass sich das Starterfeld von über 40 Racern in die Länge zieht und viel Platz auf die erste Kurve zur Verfügung steht. Wenn nicht...........



Kurz gesagt: Der Ritschi wär nicht der Ritschi; Wenn er nicht aus Nächstenliebe oder irgendwelchen anderen Gründen erst mal eine Handvoll anderer Fahrer nach dem Start in der ersten Kurve vorbeilassen würde. Obwohl nach den Zeittrainings ein 16ter Startplatz nicht die schlechteste Ausgangsposition bedeutet hätte.  Andererseits musste ich danach viele Überholmanöver absolvieren, um meine alte Platzierung wieder zu erkämpfen und genau das machte unglaublichen Spass. Also platzierte ich mich im ersten Lauf auf die 17te Position. Abzüglich aller Gaststarter und Organisatoren, welche aus der Wertung fielen blieb rechnerisch der 12. Platz. Und das bedeutet wieder Meisterschaftspunkte, welche eigentlich gar nicht auf unserer Agenda standen. Genau gesagt 3!!!



Jetzt war ich bereit zu sterben. Ich habe alles erreicht, was ich wollte. Aber Stopp! Ich hatte ja noch Sprit für das zweite Rennen. Was soll´s - Dann fahr ich halt den zweiten Run auch noch. Start? Zum Vergessen. Aber diesmal habe ich ne echt gute Ausrede: Tutti aus der ersten Startreihe hatte ein Problem und kam überhaupt nicht gut weg. So musste das Gas kurz zumachen, als die Startampel ausging und ich Tutti noch festgenagelt an seiner Position sah. Naja: scheinbar war ich der Einzige, der dieses Problem erkannte, denn wieder schossen ein halbes Dutzend Fahrer an mir und Tutti vorbei und und ich verlor so erneut wichtige Platzierungen. Aber ich hatte neue Bremsbeläge und einen Satz frischer Reifen auf dem Bock. Also konnte ich zur Attacke blasen. Und wieder überholte ich die Fahrer, die mich am Start haben alt aussehen lassen nach und nach.



Das erste Mal nach "Madijk", dann elegant in der langsamen Links bei "De Strubben" und letztendlich klassisch beim Anbremsen auf "Haarbocht"(Köstlich die Namen der Streckenabschnitte). Letztendlich fuhr ich nach einem unterhaltsamen Rennen erneut auf den 17ten Platz. Und wieder erntete ich dafür drei Meisterschaftspunkte, weil fünf Fahrer vor mir nicht punkteberechtigt waren. Also wuchs mein Punktekonto auf sage und schreibe 9 (in Zahlen "NEUN"!) Punkte an. Niemals hätte ich mir in diesem starken Cup soviele Punkte erhofft.

         
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Und jetzt freuen wir uns auf den Nürburgring. Da, wo ich immer schlecht fuhr. Obwohl ich gerne dort bin. Aber wir freuen uns trotzdem; Denn alleine die Cup-Atmosphäre und die Fahrerkollegen machen es schön.

Leider hat sich erneut ein Fahrerkollege bei einem Sturz verletzt und wird mit gebrochenem Schlüsselbein möglicherweise eine Zwangspause verordnet bekommen. Alles Gute, Uwe! Wir hoffen, dass Du bald wieder dabei bist.


27./28. Juli: 7. Lauf Nürburgring

Wie gesagt, ich habe schon seit vielen Monden ein Nürburgringtrauma. Denn egal, mit welchem Motorrad ich diese Strecke befuhr; Die Ergebnisse waren immer mittelmäßig. Und trotzdem glaubte ich immer fest daran, dieses Trauma (ohne Therapeuten!!) bewältigen zu können. Und die Vorzeichen standen wirklich...........schlecht!
  


Abgesehen von der verschwendeten Stunde im Stau auf der Anfahrt und den 2 Millionen Grad, konnte ich in den Trainings nie so richtig glänzen. Auch, wenn ich zwei Sekunden pro Runde gutgemacht habe, taten es mir die Mitstreiter gleich und ich kam ums verrecken nicht unter die ersten 25! Und weil das noch nicht genug Tiefschläge waren, zog in der Nacht eine Sturmböe übers Fahrerlager, dass es nicht nur einen Großteil von Pavillions und Vorzelten zerlegt hat sondern auch unser Vordach des Wohnwagens, unter dem das Motorrad samt Werkzeug unterschlupf findet. Und zwar gleich so, dass wir es noch an Ort und Stelle in die sprichwörtliche Tonne geschmissen haben.
 

Und genau das sollte mein großes Glück sein. Denn Tags darauf war es sehr verregnet und ich baute die Rosi auf "Regen" um. Anschliessend verstauten wir mangels Vorzelt alles Werkzeug in den Transporter und warteten auf das Rennen. Während dieser Wartezeit wurde es natürlich immer trockener und die Rennen vor uns fuhren auch noch die Stecke schön trocken. Ein Grossteil der Fahrer des Cups rüsteten nun wieder auf Slicks. Der Ritschi nicht. Weil er; angefressen wie er vom Nürburgring war, stoischer Weise das Werkzeug im Transporter unangetastet liess.
 

Diese Sturheit hat mir in meinem Leben selten einen Vorteil verschafft. Und ausgerechnet in der Eiffel war es jetzt Gold wert. Ich setzte also alles auf eine Karte; Meine Taktik auf Regen und wie es der Teufel wollte,.....In dem Augenblick, als wir in die Startaufstellung gerufen wurden, kam wieder köstliches Nass von oben. "Ohne Regentanz"! Im Fahrerlager waren neben obszönen Flüchen auf einmal wieder geklimper von Werkzeug zu hören. Doch die Zeit für die Kollegen war zu kurz. Sie mussten zum großen Teil aus der Boxengasse starten, selbst wenn sie es noch in der Kürze der Zeit geschafft hatten,die Reifen umzustecken.
  

So stand ich zwar im Grid seeeehr weit hinten, aber vor mir war mangels Fahrer Platz ohne Ende. Nur eine handvoll Piloten hatten es mir gleich getan und die Regenreifen drauf gelassen. So ging es auf die Strecke. Ich erwartetet wütende Angriffe schnellerer Fahrer, die aus der Boxengasse nachstarten mussten. Aber wider erwarten kam niemand und ich konnte mich sogar schnell an die nassen Bedingungen gewöhnen und sogar Podestfahrer überholen. Der fantastische 7te Platz sprang bei diesem Rennen heraus. Jetzt konnte ich Frieden mit dem Nürburgring schliessen.

Kurz!

Bis zum zweiten Lauf!


  
Es blieb nass. Und der Start war gut. Sehr gut sogar. Aber in der ersten Runde platzte einem Kollegen auf Start-Ziel der Motor und sein Motoröl verteilte sich gleichmässig über hunderte Meter genau auf die Bremszone der Strecke. Die Rennleitung cancelte nicht nur unseren Lauf sondern beendete gar die ganze restliche Veranstaltung. Obwohl ich mir ein weiteres gutes Ergebnis ausgerechnet hatte. Aber die 9 Punkte aus dem ersten Rennen kann mir keiner mehr nehmen......
Ein Vorzelt ärmer, aber 9 Punkte in der Gesamtwertung reicher fuhr ich überglücklich wieder in die gemäßigte Zone Oberbayern.

Und mit dem Nürburgring bin ich noch nicht fertig!!!!!


17./18. August: 8. und 9. Lauf Oschersleben

Das lange ersehnte Highlight im Cup-Kalender stand vor der Türe. Zwei Rennen im Rahmenprogramm der Speedweek; Im Acht-Stunden-Rennen in der Langstreckenweltmeisterschaft. Das bedeutet: Ruhm, Publicity, Werbeverträge, Millionen....
Vielleicht nicht für mich, aber das Flair war schon ein bisschen da. Unser Suzuki-Truck wurde mit weiteren Pavillions und professionellen Catering erweitert und dem entsprechenden Rahmen angepasst. Obwohl es mir ne Nummer kleiner auch gefallen hat.



Und ein neues Ziel war gesteckt. Oschersleben war bis jetzt der einzige Kurs, auf dem ich nicht in die Punkte gefahren bin. Wir Bayern sagen dazu: "Des is a NoGo!" Und bereits im ersten freien Training unterbot ich meine beste je gefahrene Rundenzeit hier deutlich. Und auch nach den zwei Qualifikationstraining lag ich den Punkterängen nicht fern. Ich sollte von der 14ten Position ins Rennen gehen.



Und ich fühlte mich, als könnte ich (Bonsai-) Bäume ausreissen. Leider wurde das erste Rennen bereits in der ersten Runde aufgrund eines Startunfalls, in welchem vier Fahrer zu Sturz gekommen sind abgebrochen. Für Frank mit der #43 hat dieser Unfall zur Folge, dass er sich die Hand mehrfach gebrochen hat und die Saison für ihn damit vorzeitig beendet ist. Alles Gute an dieser Stelle! Ich hatte anfangs von dem Crash überhaupt nichts mitbekommen bis ich später die Videos meiner Heckkamera ausgewertet habe und dabei sah, dass sich die Kollision direkt hinter mir abspielte. Jedenfalls wurde das Rennen um zwei Runden gekürzt neu gestartet. Der Start gelang mir recht gut und ich konnte meine Position so einigermaßen behalten. Nur Marco #28 wollte partout nicht warten und setzte bereits früh zum überholen an. Ich wusste, dass er im Rennen immer ein klein wenig Speed zulegen kann und versuchte mich an seine Fersen zu heften.



Das gelang mir auch eine halbe Runde recht gut, bis ihm zur Anfahrt auf die Hasseröder Kurve direkt vor mir seine Kette riss. Chancenlos rollte er ins Kiesbett und ich war wieder auf mich alleine gestellt. Mit der Gewissheit eines Wolfsrudels im Nacken versuchte ich nun die Flucht nach vorne. Für Kampflinie war es zu früh und ein Blick nach hinten zeigte mir, dass Daniel #73 an meinem Heck knabberte. Inzwischen lag ich auf dem 11ten Platz und hatte eigentlich nicht viel zu verlieren. Also verlagerte ich meine Strategie auf viele gleichmäßig schnelle Runden bis zur Zielflagge. Was ich nicht sah war, dass Andree #98 sich mit Daniel zu Rennende kleinere Positionskämpfe lieferten, was meinen Abstand anwachsen liess. So sah ich überglücklich als Elfter die Ziellinie.



Nach Abzug eines Gaststarters und Tutti, der als Veranstalter nicht gewertet wird bekam ich für dieses Race erneut 7 Punkte in der Meisterschaft. Ein nie erwartetes Ergebnis im ersten Jahr des Suzuki-Cups. Besonders, weil ein Blick auf das Ergebnis zeigt, dass das Fahrerfeld von den Rundenzeiten verdammt nah zusammengerückt ist, macht mich so ein Ergebnis besonders stolz. Und die Rennen spannender. Am Sonntag war dann das zweite Rennen angesetzt. Das Wetter war nicht mehr so beständig und warm wie am Vortag. Aber ich konnte aus der dritten Reihe Starten und versuchen, an den schnellen Jungs vor mir dranzubleiben. Diesmal war der Start mal wieder mittelmäßig, jedoch lag ich durch die gute Startposition immer in den Punkterängen. In der vierten Runde begann es plötzlich im hinteren Teil der Rennstrecke zu tröpfeln. Eine Runde später wurde der Regen stärker und damit startete das Chaos. Die Spitzengruppe des Fahrerfeldes schätzte die Situation als zu gefährlich ein, um weiter ein Rennen auf hohem Niveau fortzuführen. Also hoben die Führenden die Hand um der Rennleitung zu signalisieren, dass ein Rennabbruch vernünftig wäre.



Auch ich wartete auf rote Flaggensignale, die jedoch ausblieben. In der Gewissheit, das Rennen würde beendet, fuhren die ersten Sieben in die Boxengasse. Aber immer noch war kein Rennabbruch erkennbar. Und einzelne Fahrer vor mir blieben auf der Strecke. Wenige Sekundenbruchteile hatte ich Zeit eine Entscheidung zu treffen wem ich folgen sollte. Und ich beschloss weiterzufahren, bis ich rote Signale der Streckenposten zu sehen bekäme oder die Verhältnisse für mich ebenfalls zu heikel würden. Vielleicht war ich noch von dem erfolgreichen Regenrennen am Nürburgring verwöhnt. Inzwischen stören mich nasse Verhältnisse nicht mehr so arg. Jedenfalls trocknete die Strecke nach dem Schauer wieder rasch ab und wir fuhren unser Rennen weiter. Zwei Runden später wurde dann tatsächlich abgebrochen, weil erneut ein Unfall ein weiterfahren unmöglich machte. Im Parc Ferme erfuhr ich dann, dass ich in diesem kuriosen Rennen als Vierter über die Ziellinie gefahren war. Also
Ruhm, Publicity, Werbeverträge, Millionen.... Immer noch nicht.



Aber ein Pokal und eine Flasche Sekt für den Podestplatz. Anfangs fand ich dieses verrückte Rennen noch ganz witzig. Bis ich erfuhr, dass sich die schnellen Fahrer in diesem Chaos betrogen fühlten. Ein Abbruch des Rennens durch die Rennleitung wäre in dieser Situation wohl die vernünftigste Entscheidung gewesen. Und deshalb erfüllt mich diese Platzierung nicht annähernd mit dem selben Stolz wie das erste Rennen.
Ein gutes Ergebnis mit der kompletten Konkurrenz ist mir lieber.


Und das werde ich nun in Schleiz versuchen zu erreichen!!!!!


31. August/01. September: 10. und 11. Lauf Schleiz

Irgendwann im Jahre 2009! Naturrennstrecke Schleizer Dreieck! Ritschi rast mit seiner ZXR 400 während der Dauerprüfung zum Seriensportlauf die Start-Ziel-Gerade hinab und will noch eine schnelle Runde in den Asphalt drücken. Auf einer Bodenwelle, von der neuen auf die alte Rennstrecke klappt am Motorrad in tiefster Schräglage das Vorderrad ein und die Kawasaki wird nach etliche Überschlägen derart kaltverformt, dass die Veranstaltung für mich vorzeitig zuende war. Das war der Exitus meiner 400er und das letzte Treffen mit Schleiz. Keine schönen Erinnerungen.




2013!!! Seitenwagen WM. Der Suzuki-Cup bestreitet zwei Rennen im Rahmenprogramm der Gespannfahrer. Und ich weiss diese Bodenwelle noch ganz genau. Eigentlich kann ich den Rest der Saison total entspannt angehen, denn Punkte habe ich schon mehr,  als jemals erhofft. Aber das ist wiederum die Problematik am Tier Mensch. Er kriegt selten genug. Deshalb wollte ich auch hier meine Haut so teuer wie nur möglich verkaufen. Das Wetter war bombig und das Ambiente wunderschön. Der Rasen schön grün, unser "Haus mit Vorgarten, Sonnensegel, Werkstatt und Garage am Haus". Nette Nachbarn im Fahrerlager, ausreichend Grillgut und ein Motorrad, dass nach Rennstreckenkilometern schreit.



Die Trainings liessen den Sturz vor Jahren schnell vergessen und auf dem Zeitenausdruck fand ich mich auf dem 19ten Platz. Nicht übermäßig gut aber auch nicht so schlecht, wie ich befürchtet habe. Ausserdem sah ich meinen Hinterreifen aufreissen und es musste ein neuer Conti montiert werden. Dann war ich bereit!
Leider wurde die Veranstaltung am Samstag von einem tragischen Zwischenfall überschattet. Ohne genauer ins Detail gehen zu wollen, kam bei einer Kollision zweier Motorräder im Rennen einer anderen Klasse  ein Streckenarzt ums Leben. An dieser Stelle möchten wir den Angehörigen und Freunden des Mannes unser tiefstes Mitgefühl aussprechen und viel Kraft wünschen. 
Die Stimmung "in unserem Haus" war  an diesem Abend sehr gedrückt und zum feiern war uns nicht mehr zumute. Trotzdem entschloss sich die Rennleitung (offenbar nach Rücksprache mit den Angehörigen) die Veranstaltung am nächsten Tag wie geplant zuende zu bringen.




Und so fanden auch unsere Läufe statt. Zwar war mein Startplatz nicht gerade der Beste für eine Platzierung in den Punkten, aber nach der Einführungsrunde bog Manfred #32 in die Boxengasse ab. Dieser Racer stand laut Startaufstellung direkt vor mir. Also war der Platz frei geblieben und es tat sich eine Lücke für mich auf. Nach phänomenalen, nicht verpennten, Start konnte ich diesen Umstand gut nutzen und gleich nach erlöschen der Startampel etliche Positionen gutmachen. Mit dem Messer zwischen den Zähnen schwor ich mir unter meinem Helm, diese Position bis zur Zielflagge nicht mehr herzugeben. Zur Mitte des Rennens genügte ein Blick nach hinten, dass ich nur Segej #77 als Verfolger sah. War ja auch klar. Der Kerl liebt es scheinbar, sich immer an mein Heck zu klammern. Schon in Assen war er mir ständig auf den Fersen. Aber sonst war kein Fahrer weit und breit. Die letzten zwei Runden knallte ich mit wilder Entschlossenheit meine persönliche Bestzeiten in den thüringischen Asphalt und rettete den12ten Platz ins Ziel.



Der Start im zweiten Rennen glückte mir leider nicht so gut und ich war bis zur Rennmitte in einem Pulk von Fahrern eingekeilt. Die Flucht nach vorne war nicht mehr möglich. Harte Rennfahrerschule; Und ich musste mich jetzt gegen direkte Gegner Platz für Platz im Zweikampf durchsetzen.



Das machte noch mehr Spass als im ersten Rennen und auch die Verfolgung einer Zweiergruppe mit Manfred und Micha #42 glückte mir mit schnellen Rundenzeiten sehr gut. Manfred konnte ich noch niederkämpfen aber für eine Attacke gegen Micha war das Rennen zu kurz. Die letzte Runde reichte gerade noch an Michas Heck ranzufahren. Trotzdem stand der 15te Platz auf dem Ergebniszettel und diese Resultate spülen mich in der Gesamtwertung auf den 11ten Platz.



Jetzt befinde ich  mich nicht mehr am Ende oder in der Mitte des Starterfeldes, sondern klopfe bereits im ersten Drittel des Kollektives an die TopTen an. Ein Ergebnis, das wir uns nicht mal in unseren kühnsten Träumen erhofft haben...Ein tolles Gefühl, das es im Finale auf der Naturrennstrecke in Frohburg zu festigen gilt.
Leider ist das dann die letzte Veranstaltung für 2013; Aber eins steht jetzt schon fest: 2014 ist der Suzuki GSXR750-Cup wieder fest in der Planung! Definitiv!!!!


21./22. September: 12. und 13. Lauf Frohburg

Elfter Gesamtrang vor der letzten Veranstaltung. Und ich habe mir die Punktetabelle immer und immer wieder angesehen. Rechnerisch waren sowohl noch der zehnte Platz, aber auch ein Absturz auf den 15ten möglich. Auch, wenn ich mit dem bisher erreichten zufrieden war, habe ich mich schliesslich nicht zu einem Kindergeburtstag angemeldet sondern zu einem Markencup mit vierzehn Rennen(!). Die Betonung liegt auf "Rennen".




Nur war ich mir darüber im Klaren, dass ich hier sicher nicht auf die Nase fallen möchte. Ein Sturz auf einem Straßenkurs verbiegt nicht nur dem Motorrad gerne mal das Rückrat. Also die Arschbacken zusammenkneifen und nochmal alles geben. Aber bitte nicht stürzen. Frohburg ist so wie legitimiertes Landstraßenrasen ohne Gegenverkehr. Zwar fehlen knifflige Kurvenkombinationen und langgezogene Kurven, aber mit knapp 260 Sachen die Landstraße entlangfliegen hat schon auch was.

        

Und ich meine nicht das, was der verlogene Geschwindigkeitsmesser anzeigt, der mangels Originalübersetzung schwindelt was das Zeug hält. Nein; Mein Satellitengestützer Laptimer sollte schon sehr genau messen. Aber am beeindruckendsten war nicht der Topspeed oder das improvisierte Fahrerlager im Gewerbegebiet. Am meisten irritierte mich der Schmutz auf der Straße. Die ersten Trainings waren verregnet und die Rosi sah jedesmal aus, als hätte ich sie an der Kette durch nen sächsischen Acker gezogen. Das gab mir auch wegen der Gripverhältnisse auf der Strecke zu denken. Half nur noch an den Bremsmanövern zu arbeiten und sich bei den schätzungsweise 90 Prozent Vollgaspassagen hinter der Verkleidung so klein wie möglich zu machen.

          

Durch den in den Zeittrainings herausgefahrenen 14ten Startplatz war ich bereit für Operation "Tabellenplatz verteidigen"! In der Startphase und den ersten Runden musste ich mein Ziel so lange wie möglich an Micha #42, Holger #39 und Daniel #73 dranzubleiben und meine Chance, ihnen durch meine finalen Attacken möglichst viel Punkte abspenstig zu machen, sehr schnell aufgeben. Diese Jungs waren hier einfach zu schnell für mich und ich war mehr damit beschäftigt, meine Platzierung nach hinten abzusichern. Jede Bremszone erwartete ich Angriffe weiterer Fahrer, während die Jungs vor mir schnell kleiner wurden und bald gar nicht mehr zu sehen waren. Irgendwann konnte ich mich durchringen, nach hinten zu sehen, was ich eigentlich gar nicht gerne mache, da ich mich lieber auf mein Rennen konzentriere. 

         

Aber dieser Blick verriet mir, dass ich ganz alleine unterwegs war und die Verfolger richtig gut abschütteln konnte. Theoretisch konnte ich mich wieder nach vorne orientieren und versuchen, den Abstand zu verringern. Auch diese Strategie musste ich schnell in die Tonne klopfen, nachdem mich die Reserveleuchte nach etwa zwei dritteln des Rennens fröhlich aus dem Cockpit anblinkte. Und noch so lange zu fahren.........! Der Beweis, dass Frohburg eine gnadenlose Vollgasstrecke ist, war nun erbracht. Und ich musste unbedingt ins Ziel kommen, um noch die paar Pünktchen zu retten. Ab jetzt schon bei 12.0000 Touren schalten und etwas früher vor den Bremspunkten das Gas wegnehmen!!! Spritsparen auf dem Rennmotorrad. Das muss man sich mal geben! Was soll´s. Als Zwölfter in der Wertung sah ich die Zielflagge. Die Rechnerei nahm kein Ende: vor dem finalen Lauf lag ich mit Daniel Punktgleich auf Position Zwölf der Gesamtwertung. Und der Kerl ist hier richtig fix. Wird wohl doch Platz dreizehn werden.....

Aber der Teufel ist ja bekanntlich ein Eichhörnchen. Also das Spritfass so richtig voll gemacht und Attackeeeeeee!!!!! Der Start zum letzten Rennen war sowas von geil. Noch nie bin ich so gut weggekommen. Jetzt nen richtig schnellen Spielkameraden suchen und sich von der Meute wegziehen lassen. Aber nach einem richtig langen und schnellen Vollgasstück bremsten die Fahrer vor mir unerwartet früh und stark ab. Bis ich erkennen konnte, dass Sascha #86 schwer gestürzt ist und er sich wie sein Motorrad neben der Strecke mehrfach überschlugen.

            

Das Motorrad kam dann wieder auf dem Kurs auf der Ideallinie zu liegen und das Rennen wurde abgebrochen. Ausgerechnet im letzten Rennen. Aber Sascha hat sich "nur" am Knie verletzt und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Das wird hoffentlich bald wieder. Der Restart zum Rennen glückte mir leider nicht so. Schon am Start überholte mich Achim, der nach der Sturzverletzung seiner Samy erneut die #696 pilotieren durfte und jedes Rennen stärker wurde. Erstmals zog er unwiederstehlich weg und Sergej #77 überholte mich ebenso wie wie Peter #58 sehr früh. Peter konnte ich noch kontern. Aber sowohl Achim wie auch Sergej legten ein sehr hohes Tempo an den Tag.



Überraschenderweise konnte ich diese Pace aber mitgehen und ab Rennmitte die Lücke wieder zufahren. Der Tank war noch voll und ich fühlte mich auch bärenstark um zumindest Sergej noch attakieren zu können. Tja; Saschas Sturz hat aber dazu geführt, dass die Renndistanz um drei Runden gekürzt wurde und ich hatte nicht mehr genügend Runden zum Angriff. Nur zehntelsekunden fuhr ich hinter Sergej über die Ziellinie. Trotzdem in diesen zwei Rennen jeweils auf Zwölf gewertet. Daniel fuhr weit vor mir durchs Ziel und überholte mich auch in der Tabelle. Aber Rolf #55 kam an dem Wochenende zu keinen guten Ergebnissen und ich konnte wenigstens ihn noch hinter mir lassen. Also festigte ich den 12ten Gesamtrang in der Wertung.

Fazit: In Jedem Rennen angekommen. Nix am Mobbed verbogen. Ab dem dritten Rennen immer in den Punkten und weiter in der Tabelle vorne, wie ich erhofft habe! Spassfaktor 10! Wohlfühlfaktor im Cup auch super!

Jetzt noch schnell nen Grizzly interviewen, wie das mit dem Winterschlaf funktioniert!




Wir sehen uns im GSXR750-Cup 2014!!!!