08-10. April; Einstellfahrt Ledenon(F)

Zweimal hatte ich schon das Vergnügen, ein Renntraining in Ledenon zu absolvieren. Und mit "Vergnügen" meine ich es wörtlich.


Denn diese Rennstrecke gleicht einer Achterbahn. Viele Steigungen und Gefälle, tolle Kurven und dank der Nähe zum Mittelmeer meist mildes Klima. Also genau das richtige Terrain für einen Funktionstest für Mensch und Maschine. Leider verirrten sich nicht so viele Fahrer der Suzuki-Challenge hierher. Deshalb blieb nicht viel Möglichkeit für eine Standortbestimmung wo ich mich dieses Jahr im Feld finden würde. Auf jeden Fall werden es wieder über vierzig Teilnehmer sein.


Meine selbst gesteckte Rundenzeit konnte ich jedenfalls gegen Ende der Veranstaltung erreichen und der Test mit den neuen Dunlop-Reifen verlief überaus Zufriedenstellend. Das Motorrad lief einwandfrei und körperlich fühlte ich mich auch sehr gut. 2015 kann also kommen!

               



27.-29. April; Auftakttraining Lausitzring

Über das Training am Lausitzring eine Woche vor den ersten Wertungsläufe gibt es nicht viel zu berichten, da der zweite Tag buchstäblich derart ins Wasser gefallen ist. Nicht einmal die Profis der IDM-Klassen fuhren bei dem Dauerregen und den niedrigen Temperaturen auf die Strecke. So war das Fahrerlager zumindest am zweiten Tag angenehm ruhig. Leider hat mich eine Erkältung flachgelegt. Blieb also nur den ganzen Tag im Wohnwagen verbringen und eine komplette Flasche Flüssiggas durch den Ofen jagen. Tags davor konnten wir ein wenig trainieren. Und der Test bewies mir, dass mit der Technik von Rosi augenscheinlich alles Okay war. So schonte ich mich für die ersten Rennen am Wochenende darauf und verzichtete auf einen weiteren Tag auf der Strecke, der optional buchbar war.


01.-03. Mai: 1. und 2. Lauf Lausitzring


Zur ersten Rennveranstaltung ging es mir schon wieder besser. Nur mein Motorrad schwächelte. Plötzlich hatte ich mit Leistungsverlust bei hohen Drehzahlen zu kämpfen.. Auf der Start-Ziel-Geraden fehlten mir ca 20 Km/h zu den anderen Fahrern, weil Rosi ab 10.000 Umdrehungen kein Gas mehr annahm. Jetzt ging die Fehlersuche los und ein Qualifiing fand ohne mich statt. Als Erstes vermutete ich Schmutz im Benzinfilter, da ich zuvor den Tank fast leer gefahren hab. Aber nach dem Ausbau der Benzinpumpe bestätigte sich diese Theses nicht. Auch Luftfilter und Airbox waren einwandfrei....Erst, als ich wieder den Motor starten wollte zeigte sich, dass die Batterie komplett leer war. Naja, ist ja auch nicht mehr die Jüngste. Tschäipieh (J.P.) von der Gladius Trophy half mir mit einer neuen Batterie aus. Und schon lief meine Suzuki wieder wie ein Glöckchen.



Unterm Strich konnte ich meine Zeiten vom Vorjahr fahren. Das bedeutete den 24ten Startplatz. Im ersten Rennen musste sich erst mal das Feld nach dem Start sortieren, bis ich die ersten Angriffe starten konnte. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es bei uns allen noch nicht so rund lief. Immer wieder profitierten wir von den Fehlern anderer Fahrer, statt sie mit eigenen Manövern zu überholen. Doch mit der Zeit wich die Nervosität und das Renngeschehen wurde spannender. Alte Kontrahenten wie Samy #696, Dustin #31 oder auch Bert #47 konnte ich gut überholen und auch Jungspunde wie Thomas #29 liess ich hinter mir und fuhr mir mit fallenden Rundenzeiten (Mission -1!!!) sogar einen Vorsprung heraus.



Als 20ter fuhr ich zufrieden durchs Ziel. Im Fahrerlager dann der Schock: Die Batterie war schon wieder leer. Also hat Rosi ein anderes Problem. Klaus, der alte Haudegen von Suzuki riet mir, den Regler auszutauschen, da er wohl bei diesem Modell nicht so ganz standfest wäre. Das musste ich verschieben, weil ich kein solches Ersatzteil dabei hatte. Also lud ich einfach die Batterie für den zweiten Lauf nochmal auf. Und in diesem Rennen dauerte es wirklich eine Zeit, bis ich die Bedenken eines neuerlichen Leistungsverlustes aus dem Kopf bekam. Aber mit der zeit konnte ich mich in einer Gruppe im Mittelfeld Platz für Platz nach vorne Kämpfen.

              

Nur Ecki #93 war noch direkt vor mir. Ich hatte auch schon eine Stelle für die finale Attacke gefunden und wollte dort in der letzten Runde angreifen. Aber dann verschaltete ich mich in der Schikane und hatte nur noch den Leerlauf drin. Das reicht mal definitiv nicht für vernünftigen Vortrieb. Drei Fahrern hinter mir wurde ich so zum Opfer und statt einen Platz zu gewinnen, verlor ich diese drei. Eindeutig ein Fahrfehler, denn ich müsste wissen, dass mir Rosi unsauberes Schalten nicht verzeiht. So blieb im zweiten Rennen der 26te Platz.
Zuhause habe ich mir sofort über einen ehemaligen Cup-Fahrer einen neuen Regler besorgt. Und bevor ich ihn einbauen konnte, sah ich ich zwei durchgeschmorte Kabel von der Lichtmaschine, die sich an den heissen Krümmer angelegt haben und durchgeschmort sind.

                 

Das war nun eindeutig die Fehlerquelle und wenn ich einmal mehr die Verkleidung zum putzen des Motorrades entfernt hätte, dann wäre mir der Fehler sofort aufgefallen und ich hätte es vor Ort beheben können. Ein Grund mehr, sich intensiver um das Rennmotorrad zu kümmern.

Also: Eselsmütze auf und nach vorne schauen.


15. - 17. Mai: 3. und 4. Lauf Zolder(B)


Neue Rennstrecke - gleiche Verhältnisse für fast Alle. Keiner hatte hier einen Trainingsvorteil. Und irgendwie fand ich Zolder seit der Streckenbegehung schon rockig. Fiese Kuppen, über die man blind drüberfliegt, homogene Kurven und auch langsame Schikanen hat der Kurs. Könnte mit einer guten Platzierung klappen. Und in den freien Trainings fuhr ich auch auf den 16ten bzw 18ten Platz. Hier geht was!!! Und Ritschi, der alte Pokerprofi hat sich auch eine krasse Strategie zurechtgelegt.



Nachdem es morgens vor dem ersten Qualifiing lange geregnet hat, dachte ich, die Strecke hat bestimmt noch einige nasse Stellen. Und nachmittags war der Wetterbericht noch schlechter. Also bin ich mit Regenreifen rausgefahren. Und einerseits hatte ich recht. Nachmittags war es wirklich total verregnet. Aber das erste Zeittraining, als ich mit Regengummis raus bin, gab es nicht eine feuchte Stelle auf dem Asphalt.
So ruinierte ich nicht nur meine Reifen sondern kam über den 36ten Platz nicht hinausDie anderen Fahrer waren nicht so doof wie ich und blieben auf Slicks. Wie gesagt, fiel das zweite Training ins Wasser. Mit der Rundenzeit vom freien Training würde ich ein Top Ten Resultat auf dem Zettel haben. Total verzockt. Jetzt blieb nur, so viele Fahrer im Rennen zu überholen...... Das ging vielleicht mal vor zwei Jahren, wo die Zeitenunterschiede der Fahrer um Zehntel oder gar Sekunden auseinander lagen.



Aber inzwischen ist alles so eng, das es zur Herkulesaufgabe würde, mal so schnell 15 Konkurr
enten oder mehr niederzukämpfen. Immerhin waren es "Sechs". Bis zur letzten Runde musste ich dafür kämpfen.
Im zweiten Rennen fiel es mir komischerweise leichter. Obwohl meine Rundenzeiten nicht wesentlich schneller waren. Aber ich konnte konstanter fahren und war nicht in einer großen Gruppe eingeklemmt. Rundenlang sah ich Stefan #11 vor mir. Und ich konnte mich sukzessive ranfahren, um in der allerletzten Schikane ein Ausbremsmanöver zu setzen. Das war dann der 25te Platz. Ich glaube, hier wäre mit einem besseren Startplatz mehr
drin gewesen. Fazit: Geile Strecke; Blöder Ritschi


12. - 14. Juni: 5. und 6. Lauf Nürburgring


"Mission minus eine Sekunde". Wenn ich mir sicher war, wo es nicht klappt, dann am Nürburgring; Meiner alten Hassliebe. Aber mit jeder Trainingssitzung schmolz die Rundenzeit und bald hatte ich meine eigene Rekordrunde gedreht. Das war auch nötig, um nicht wieder ganz hinten in der Startaufstellung zu stehen. Die Jungs und Samy waren hier saugut. Eine Sekunde schneller bedeutete bis zu 15 Plätze gutgemacht. Wahnsinn.



Und diesmal hatte ich auch arge Rutscher am Hinterrad. Also musste ein neuer Reifen drauf. Das erste Zeittraining war.......... nass!!! Schwamm drüber. Attacke im Zweiten. Leider stürzte Jan schon in der ersten Runde so unglücklich, dass das Training sofort abgebrochen werden musste. Unterm Strich blieben nach dem Neustart etwa 10 Minuten Angriff auf die Zeit für die Startaufstellung. Für alle 42 Fahrer.
Und nachdem Ritschi ne Startschwuchtel ist, und es immer etwas dauert, bis ich in die Gänge komme, kam ich über den 25ten Startplatz nicht hinaus. Aber das war Okay, denn ich hatte die Sekunde gefunden und war zufrieden.
Durch die geringen Zeitabstände der einzelnen Fahrer dauerte es im ersten Rennen lange, bis sich das Feld sortiert hat. In jeder Kurve wurde überholt, was das Zeug hielt. Und wenn ich nicht langsam auch damit anfing, würde es niemals vorwärts gehen. Ging auch ganz gut, sich immer weiter vor zu arbeiten. Vor mir waren noch Philip #555 und ein Gaststarter. Dann eine große Lücke. Ich konnte mich also auf die zwei Knaben konzentrieren. Ich merkte auch, dass wir alle etwas schneller fahren könnten, aber der Gaststarter wehrte sich mit allen Mitteln. In der vorletzten Runde kämpften sich wieder drei Fahrer an mir vorbei.



Jetzt wurde es zeit.... und plötzlich stürzte Oliver #17 im Hatzenbachbogen vor uns und sein Motorrad fing sich wieder und rollte ohne Fahrer über die Rennstrecke. Ich bremste ab, um eine Kollision zu vermeiden und da wischten nochmal drei Fahrer an mir vorbei. Das Rennen war also gar nicht nach meinem Geschmack. Zu viele Plätze in den letzten beiden Runden einbüßen müssen.
Der Plan, diesen zähen Gaststarter im zweiten Rennen bereits am Start zu schnupfen musste für eine bessere Platzierung umgesetzt werden. Das gelang mir auch und ich fuhr mich regelrecht in einen Rausch. So gut habe ich mich selten auf dem Motorrad gefühlt. Ich konnte nach belieben überholen und fuhr die 14.-schnellste Rundenzeit des Feldes. Leider hat es wieder nur zu lange gedauert wach zu werden. Noch ein oder zwei Runden mehr, und ich hätte Samy und Bert noch angreifen können. Aber der 21te Platz und "drei" Sekunden schneller als letztes Jahr entschädigten das für mich zu kurze Rennen.




Also: Erstes Rennen Flop; Zweites Rennen für meine Verhältnisse Top!!! So soll es weitergehen.


31. Juli - 02. August: 7. und 8. Lauf Schleiz


Wenn man mal National vor richtig viel Publikum fahren möchte, dann ist Schleiz eine Bank. Dort versammeln sich derart viele motorsportbegeisterte Zuschauer, dass es einem eine Gänsehaut unter die Lederkombi zaubert. Beeindruckt von dieser Kulisse verbockte ich das erste Rennen derart; Mir müsste die Rennfahrerlizenz entzogen werden. Aber der Reihe nach: Die Trainings liefen so lala. Ich sortierte mich in gewohnter Manier im Mitttelfeld und freute mich über jede Zeitenverbesserung gegenüber früherer Rennen hier. Der 21te Startplatz stand auf dem Papier der Zeitenliste. Das war so der erwartete Stand.



Fürs Rennen liess ich neue Reifen montieren, da die Alten im Training nicht mehr den besten Eindruck machten. Dann bisschen im Fahrerlager rumhängen, Brotzeit machen und auf den Aufruf zum Rennen warten. Als es soweit war, machten wir uns auf den Weg in die Einführungsrunde. Wow; nochmal in Ruhe in die winkende Masse auf den Tribünen grüßen. Aber ich dachte mir, mich nicht von der Atmosphäre ablenken zu lassen und die Reifen auf Temperatur zu bringen. Moment mal! Reifen? Ich hatte vergessen, vor dem Rennen nach dem Reifendruck zu schauen. Und die Jungs vom Reifenservice machen immer bisschen zu viel Druck nach der Montage drauf. Deswegen fühlt sich das Motorrad so bockhart an. So kann ich nicht starten, das ruiniert den Gummi und Grip gibts auch nicht.



Ich hatte nur noch eine Möglichkeit, doch noch am Rennen teilzunehmen. Rein in die Boxengasse, ins Fahrerlager zum Reifenservice und den Luftdruck korrigieren. Jetzt war Stress angesagt. Die Kollegen rollten gemütlich in die Startaufstellung  während ich wild gestikulierend am Dunlop-Truck den Reifenmechanikern klarmachte, dass sie meinen Druck anpassen sollten. Sie waren auch wirklich schnell. Leider war die Startaufstellung schon komplett und als ich wieder am Vorstart ankam die Boxenampel rot. Das bedeutete, dass ich nach dem Start als letzter aus der Boxengasse losfahren musste. Als die Meute startete und die Ampel der Boxengasse auf grün schaltete, durfte ich auch los.



Das war also das Rennen an dem ich die Meisten Überholmanöver hatte. So viele, dass ich auf der Position durchs Ziel fuhr, die meiner Sartaufstellung entsprach. In der letzten Schikane konnte ich an Andreas #19 vorbei auf den 21ten Platz fahren.Im zweiten Rennen startete ich zur Abwechslung regulär und komischerweise war dort trotz der final persönlich am schnellsten gefahrenen Rundenzeit nur 25ter. Spass hat es trotzdem gemacht.


07. - 09. August: 9. und 10. Lauf Assen


Nach Zolder war Assen dieses Jahr die zweite Station ausserhalb Deutschlands. Verbunden mit einem Campingurlaub ein echtes Erlebnis. Der Platz um die 20 scheint sich dieses Jahr fürn Ritschi einzementiert zu haben. In Assen fighte ich aber immer ganz gerne mit Samy, die hier echt ne harte Nuss zu knacken ist.



Nach einem bombenmäßigen Start lag ich sogar ein paar Runden am 15ten Platz und wollte mit aller Macht so lange wie möglich an dem Pulk vor mir dran bleiben. Aber ich konnte meine Platzierung nach hinten nicht absichern und wurde bald von etlichen Fahrern überholt. Genau gesagt wurde es der 19te Platz. Genau wie im zweiten Lauf. Wieder mal war es eine Auseinandersetzung mit Samy. Diesen Kampf musste ich ausgerechnet in der vorletzten Runde ad acta legen, da wir überrunden mussten und das meinen Rhythmus so durcheinander brachte, dass ich einen Ausbremsversuch derart verkackte und der letzte Angriff dadurch misslang.


19. - 21. August: 11. und 12. Lauf Oschersleben


Ebenso wie in Assen war es wieder mal die kleine Samy, mit der ich in Oschersleben zu tun hatte. Nach einem richtig schlechten Training (Platz 28) kam ich gut von der Startposition weg und lag lange auf dem letzten Punkteplatz.



Also auf 15 bis mir Samy und Guido #12 noch diesen Platz streitig machten. Trotzdem blieb mir dieser eine Punkt, weil zwei Gaststarter nicht gewertet wurden. Im zweiten Rennen war es eher unaufgeregt von der Platzierung, aber das Rennen dagegen sehr interessant, weil wir eine echt große Kampfgruppe waren. Und gerade, wo es so abwechslungsreich war, wurde das Rennen dann wegen einer Kollision zweier Kollegen abgebrochen und nicht neu gestartet. Es blieb der 19te Platz und ein amüsantes Rennen.


25. - 27. September: 13. und 14. Lauf Hockenheimring

Finale Hockenheim! Zuschauer ohne Ende, meist gutes Wetter und ich komme recht gut mit der Strecke zurecht. Auch, wenn es "nur" der etwas verkürzte IDM-Kurs ist, welcher gefahren wurde.



Trotzdem hatte ich auch ein klein wenig Glück. Denn in den letzten paar Minuten des zweiten Zeittrainings überholte mich der schon feststehende Challenge-Gesamtsieger Alex #41 und ich wollte wirklich mal sehen, wo dieser Knabe die Zeit reinfährt, die ihn so schnell macht. Und zu meiner Verwunderung konnte ich echt lange dranbleiben. Die Runde kam mir gar nicht so schnell vor, und trotzdem fuhr ich mit der Zeit eine Startplatzierung in der dritten Startreihe ein. Und das auf Platznummer Sieben. Eine ganze Sekunde gegenüber dem ersten Training verbessert. Ich wusste, dass ich diese Position wohl nicht im Rennen verteidigen könnte. Aber die Aussicht auf ein spitzenmäßiges Resultat war im Cup noch nie so gut.



Und ich dachte zu viel nach. Deshalb konnte ich mit Mühe und Not gerade mal den 15ten Platz im ersten Rennen retten. Ich hatte zu viel während des Rennens nachgedacht und gerechnet. Das waren zwar wieder Punkte, aber doch eine kleine Enttäuschung gegenüber des Trainings. Im Finalen Rennen war mir die Platzierung dann so derart gleichgültig, dass ich wieder Spass am Fahren fand und geschmeidig und überglücklich auf dem 12ten Platz durchs Ziel fuhr.  

Leider das letzte Rennen mit meiner geliebten Rosi. Ich werde auch 2016 in der Challenge starten aber dafür muss ich mir ein aktuelles Modell zulegen. Ich werd sie vermissen.....